Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Akuttherapie und Sekundärprophylaxe des ischämischen Schlaganfalls – Ein Musterbeispiel für personalisierte Medizin

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Ärzte Zeitung online, 11.10.2017

Britische Multicenterstudie

Low-Dose-Sauerstoff fällt bei Schlaganfall durch

Vor ein paar Wochen hat eine große Studie das Ende der niedrig-dosierten O2-Therapie bei nicht-hypoxämischen Patienten mit akutem Myokardinfarkt besiegelt. Jetzt gibt es für den akuten Schlaganfall ganz ähnliche Daten.

Von Philipp Grätzel von Grätz

STOKE-ON-TRENT. Die prophylaktische Insufflation von niedrig-dosiertem Sauerstoff soll bei Patienten mit akuten Ereignissen wie Myokardinfarkt oder Schlaganfall hypoxämische Episoden, zu denen es vor allem nachts kommen kann, verhindern und so das Langzeit-Outcome verbessern. Dass diese Theorie beim akuten Myokardinfarkt nicht funktioniert, hat kürzlich die beim ESC-Kongress 2017 vorgestellte DETO2X-Studie belegt, eine randomisierte Multicenterstudie mit über 6000 Patienten, die trotz einer arteriellen Sauerstoffsättigung von über 90 Prozent eine prophylaktische Sauerstofftherapie erhielten.

Am Ende gab es in der DETO2X-Studie weder in der Mortalität noch in der Rate erneuter Herzinfarkte irgendeinen Unterschied zwischen Patienten mit und Patienten ohne prophylaktischer Sauerstoffgabe. Praktisch dasselbe für ein anderes Setting zeigt jetzt eine im "JAMA" publizierte, britische Multicenterstudie, an der über 8000 Patienten mit akutem Schlaganfall teilnahmen (JAMA 2017; 318(12): 1125-35). Auch hier waren die Patienten nicht hypoxämisch: Die durchschnittliche arterielle Sauerstoffsättigung ohne Sauerstofftherapie betrug 96,6 Prozent.

Anders als DETO2X handelte es sich um eine dreiarmige Studie. Die Patienten erhielten entweder eine kontinuierliche oder nur eine nächtliche oder gar keine Sauerstofftherapie. Behandelt wurde für 72 Stunden beziehungsweise drei Nächte, und Sauerstoff wurde in einer Dosis von 2 Litern pro Minute gegeben, wenn die Baseline-Sättigung über 93 Prozent lag und in einer Dosis von 3 Litern pro Minute, wenn sie 93 Prozent oder weniger betrug.

Primärer Endpunkt war in dieser Studie nicht die Mortalität, sondern das funktionelle Outcome nach drei Monaten, quantifiziert auf der modified Rankin Scale (mRS). Das ist ein Standardendpunkt in Schlaganfallstudien, in den Mortalität und bleibende Behinderung eingehen. Dabei gab es weder für die kontinuierliche noch für die nächtliche Therapie ein Unterschied zur Kontrollgruppe. Mehr noch: Es konnte auch keine Subgruppe identifiziert werden, die einen Nutzen aus der Sauerstoffbehandlung gezogen hätte. Es gab allerdings auch keinen Hinweis darauf, dass der Sauerstoff den Patienten geschadet hätte.

Mehr Informationen zu Schlaganfall auf: kardiologie.org

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