Ärzte Zeitung online, 19.02.2010

Bluterkrankheit: VWF-Sollbruchstelle entschlüsselt

HEIDELBERG (eb). Eine Forschungsgruppe aus Heidelberg hat den molekularen Mechanismus für Thrombose und Bluterkrankheit entdeckt. Anhand einer Computersimulation konnten die Wissenschaftler den Grund für diese vererbbaren Krankheiten feststellen.

Bei gesundem Blut werden unkontrollierte Blutungen durch den sogenannten "Von-Willebrand-Faktor" (VWF), verhindert. Dieses Protein befindet sich im Blut und wird aktiv, wenn ein Blutgefäß verletzt ist und Blut austritt. Bei Blutern ist dieser Mechanismus gestört.

Die Forscher am Institut für Theoretische Studien (HITS) um Dr. Frauke Gräter haben nun mit dem Computer neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie der VWF funktioniert. Mitarbeiter Dr. Carsten Baldauf vergleicht das VWF-Protein mit einem Klebestreifen: "Bei einer Verletzung dehnt sich der Klebestreifen und seine Klebefläche vergrößert sich. Zum Verschließen der Wunde binden sich Proteine und Blutplättchen an diese Klebefläche. Bevor es allerdings zu einer Verstopfung kommt, wird das Klebeband an einer Sollbruchstelle durchgeschnitten."

Den Forschern gelang es nun mit dem Computer die "Sollbruchstelle" des Proteins zu entdecken und den Vorgang des Schneidens nachzuvollziehen. Bislang war diese Stelle im Labor nicht gefunden worden, weil sie im Protein verborgen ist.

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