Ärzte Zeitung, 23.03.2004

Phytoarznei bessert Perfusion bei Venenschwäche

Kontrollierte Studie mit rotem Weinlaubextrakt / Mikrozirkulation nach sechs Wochen verbessert, Ödeme reduziert

STUTTGART (ner). Roter Weinlaubextrakt verbessert bei Patienten mit chronisch venöser Insuffizienz (CVI) die Mikrozirkulation und den transkutanen Sauerstoffpartialdruck. In einer kontrollierten Cross-Over-Studie wurde dies mit Laser-Doppler und Sauerstoff-Sonden bestätigt.

70 Patienten mit CVI im Stadium I (Venenerweiterungen an Füßen, Knöchelödeme) oder II (zusätzlich Hautveränderungen) waren sechs Wochen lang einmal täglich mit 360 mg rotem Weinlaubextrakt (Antistax®) oder Placebo behandelt worden. Das berichtete Dr. Ulrich Kalus von der Charité in Berlin bei einer Veranstaltung in Stuttgart.

Es folgten eine vierwöchige Placebo-Auswaschphase und eine sechswöchige Behandlung der Patienten in beiden Studiengruppen mit der jeweils anderen Testsubstanz. Kalus und seine Kollegen haben die mikrovaskuläre Perfusion der Haut im Fußknöchel-Bereich mit einem neu entwickelten Laser-Doppler-Gerät gemessen und mit einer speziellen Sonde den transkutanen Sauerstoffpartialdruck (tcpO2) bestimmt. Mit rotem Weinlaubextrakt stieg die per Laser-Doppler gemessene mikrovaskuläre Durchblutung signifikant, mit Placebo nahm sie ab.

Nach sechs Wochen sei dieser Effekt nach Analyse des Kurvenverlaufs noch nicht maximal ausgeprägt gewesen, erklärte Kalus bei der Veranstaltung von Boehringer Ingelheim. "Das Ende der Fahnenstange ist zu diesem Zeitpunkt offenbar noch nicht erreicht."

Zudem stieg der Sauerstoffpartialdruck mit Verumpräparat signifikant, mit Placebo nahm er ab. Die sich verschlechternden Werte mit Placebo werden auf jahreszeitliche Schwankungen zurückgeführt - die Untersuchung war im Frühjahr/Sommer gemacht worden. Bei warmen Temperaturen wird im Vergleich zu kälteren von einer Verschlechterung der Mikrozirkulation ausgegangen.

Auch die Knöchel- und Wadenumfänge nahmen bei der Therapie mit den Phytotherapeutikum ab. Die Studienteilnehmer konnten subjektiv überwiegend richtig angeben, ob sie Placebo oder das Verumpräparat eingenommen hatten.

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