Ärzte Zeitung, 26.06.2008

Vorteile für gelierenden Schaumverband

Nichtadhäsiver Verband fördert Wundheilung bei Ulcus cruris / Auch Schmerzen werden gelindert

NEU-ISENBURG (ner). Bei venösen und gemischt arteriell-venösen Ulcera cruris fördert ein gelierender Schaumverband die Wundheilung, berichten deutsche sowie französische Dermatologen und Angiologen. Der gelierende Schaumverband lindert zugleich auch die Schmerzen.

Behandlung einer Patientin mit Ulcus cruris.

Foto: Klaro

Von 46 Patienten einer offenen Phase-II-Studie hatten viele (63 Prozent) trotz Therapie bereits seit mindestens sechs Monaten ein Unterschenkelulkus, berichten Professor Wolfgang Vanscheidt aus Freiburg und seine Kollegen.

In einer vierwöchigen Therapie mit dem nichtadhäsiven und gelierenden Schaumverband Versiva®XC™, meist kombiniert mit einer standardisierten Kompressionstherapie, reduzierte sich die Fläche der vorwiegend oberflächlichen bis flachen Wunden von durchschnittlich 10,1 cm2 auf 5,1 cm2. Bei fünf Patienten heilten die Ulzera aus. Auch der Zustand der umgebenden Haut besserte sich oder blieb stabil, nur bei einem Patienten kam es zu neuen Mazerationen.

Die saugfähige Schaumschicht des Verbandes nahm bei den mäßig bis stark exsudierenden Wunden die Flüssigkeit auf. Dabei kam es zu keinen oder nur geringen Undichtigkeiten, obwohl der Verbandswechsel im Durchschnitt nur alle drei Tage vorgenommen worden war.

Die Schmerzen beim Tragen des Verbandes sowie beim Verbandswechsel waren im Vergleich zur Ausgangssituation signifikant geringer, so Vanscheidt, der die Studie gemeinsam mit seinen Kollegen bereits im Journal of Wound Care (16, 2007, 261) publiziert hat. Gemessen per visueller Analogskala (0 Punkte: kein Schmerz, 10 Punkte: starker Schmerz) gingen die Schmerzen beim Tragen des Verbandes von 4,7 Skalenpunkten vor Studienbeginn auf 2,3 bei Studienende zurück. Die Schmerzen beim Verbandswechsel waren vor der Studie mit 3,9 und unter der neuen Therapie mit 1,7 Skalenpunkten angegeben worden.

Verbände, die ein feuchtes Wundmilieu ermöglichen, könnten das autolytische Débridement fördern und erleichterten das Wachstum von Granulationsgewebe, so die Experten. Sie sprechen sich auch dafür aus, die feuchte Wundbehandlung bei venösem Ulcus cruris stets mit der Kompressionstherapie mit Langzugbandagen oder mit elastischen und Kurzzugbinden zu kombinieren.

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