Ärzte Zeitung, 29.01.2012

Probleme mit den Mandeln? Dann raus damit!

GÖTEBORG (mut). Die Mandeln zu entfernen - das scheint tatsächlich die beste Möglichkeit zu sein, um Probleme durch Obstruktionen oder Entzündungen zu beseitigen. Das bestätigt eine schwedische Studie.

An der Registerstudie beteiligten sich knapp 55.000 Patienten, das waren etwa die Hälfte aller zwischen 1997 und 2008 an den Mandeln operierten Schweden. Vor der Operation wurden Beschwerden und Indikation erfasst, sechs Monate später durften die Patienten oder deren Eltern den Erfolg des Eingriffs dokumentieren.

Der Großteil der Operationen fand bei Kindern im Alter zwischen zwei und sechs Jahren statt, meistens aufgrund einer Obstruktion. Ein weiteres Maximum gab es bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren, hier war in der Regel eine rezidivierende Tonsillitis Grund für die Op (Acta Oto-Laryngol online, Epub 11.01.12).

Beim Großteil waren Symptome danach weg

Die Ergebnisse: Nach sechs Monaten berichteten 77 Prozent der Operierten, dass die Symptome verschwunden waren, knapp 20 Prozent gaben an, dass sie fast weg waren. Nur 2,9 Prozent waren der Auffassung, dass die Op nichts gebracht hatte, und 0,3 Prozent berichteten, dass die Symptome seit dem Eingriff schlimmer geworden waren.

Den besten Erfolg brachte dabei eine Kombination von Tonsillektomie plus Adenoidektomie: Damit wurden 80 Prozent komplett und 17,3 Prozent fast beschwerdefrei. Zu behandlungsbedürftigen Blutungen kam es bei 718 Patienten (1,3 Prozent), knapp 14 Prozent der Patienten mussten wegen Beschwerden in den ersten zwei Wochen nach der Op einen HNO-Arzt aufsuchen.

Die Studienautoren sehen die Daten als Erfolg an. Dies könne bei einem Mangel an randomisiert-kontrollierten Untersuchungen als Hinweis gelten, an der bisherigen Praxis festzuhalten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »