Ärzte Zeitung, 14.07.2008

Mit transdermaler HRT weniger Op‘s der Gallenblase

Vergleich mit oraler Therapie

NEU-ISENBURG (ikr). Bei Frauen in der Postmenopause, die eine transdermale Hormonersatztherapie (HRT) erhalten, ist das Risiko für Erkrankungen der Gallenblase deutlich geringer als bei oraler HRT. Das hat eine Analyse von Daten der Million Women Study ergeben.

Von mehr als einer Million Frauen in der Postmenopause wurden nahezu 20 000 innerhalb von fünf Jahren wegen einer Erkrankung der Gallenblase ins Krankenhaus eingewiesen. 86 Prozent hatten eine Cholezystektomie (BMJ 337, 2008, a386).

Aus den Studiendaten haben die Forscher berechnet: Das relative Risiko für eine stationäre Behandlung wegen einer Erkrankung der Gallenblase ist bei Frauen, die im Mittel seit 6,7 Jahren Hormone einnehmen, um 64 Prozent höher als bei Frauen ohne HRT. Konkret: 8600 von 341 354 mit HRT und 7581 von 478 180 ohne HRT hatten eine solche Behandlung. Allerdings: Bei transdermaler Behandlung ist das Risiko lediglich um 17 Prozent erhöht, bei oraler Therapie hingegen um 74 Prozent.

Ähnlich waren die Verhältnisse bezüglich der Cholezystektomie. Nach den Ergebnissen der prospektiven Kohortenstudie beträgt die Rate der Krankenhauseinweisungen zwecks Cholezystektomie pro 100 Frauen über fünf Jahre ohne HRT 1,1, mit transdermaler Behandlung 1,3 und mit oraler Therapie 2,0. Das erhöhte Risiko für eine Gallenblasen-Erkrankung ging nach Absetzen der Hormone allmählich wieder zurück.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »