Ärzte Zeitung online, 04.05.2011
 

Hormontherapie macht auch nicht jünger

WIESBADEN (dpa). Eine Hormontherapie kann zwar die Beschwerden von Frauen in den Wechseljahren lindern, doch ein jüngeres Aussehen kann sie ihnen nicht verschaffen.

Weder werde die Hautalterung aufgehalten noch gebe es Belege dafür, dass andere unangenehme Nebenerscheinungen des Alters wie Bartwuchs und Haarausfall zurückgingen, sagte Professor Eberhard Windler am Dienstag (3. Mai) am Rande des Internistenkongresses in Wiesbaden.

Hormontherapie sei entgegen verbreiteter Vorstellungen kein Jungbrunnen, mahnte der Hamburger Mediziner.

Effekt verpufft

Auch eine positive Wirkung auf die Herzgesundheit sei nicht belegt, sagte Windler. Zwar wirkten die Hormone günstig auf den Knochenbau, doch der Effekt verpuffe, sobald sie abgesetzt würden.

Da vor allem wesentlich ältere Frauen von vermehrten Knochenbrüchen betroffen seien, sehe er auch hier keinen Grund, dass Hormone in den Jahrzehnten davor verabreicht werden sollten, sagte Windler.

Viele Frauen fühlten sich zwar mit den zusätzlichen Hormonen wohler, doch müssten besonders wegen des erhöhten Krebs-, Thrombose-, und Schlaganfallrisikos Nutzen und Risiken einer Hormontherapie genau abgewogen werden.

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