Ärzte Zeitung, 03.07.2014

Innere Uhr

Zink reguliert Tagesrhythmus

BERLIN. Zink reguliert den Tagesrhythmus, haben Forscher aus Berlin und Mainz herausgefunden (Cell 2014; 157 (5): 1203-1215).

Die Gene, die den Tagesrhythmus steuern, werden nur zu bestimmten Zeiten abgelesen, so dass die Uhrproteine ebenfalls rhythmisch in den Zellen vorliegen. Dabei ist die Interaktion zwischen den Proteinen PER (Period) und CRY (Cryptochrome) von Bedeutung, teilt die Charité Berlin mit. Die Forscher enthüllten die Anwesenheit eines Zinkions im Bindungsbereich der Proteine, das das Zusammenspiel zwischen PER und CRY stabilisiert.

Das Zinkion ist vermutlich nur unter bestimmten physiologischen Bedingungen präsent, so dass äußere Faktoren wie Nahrung die innere Uhr verstellen könnten. Die vollständige Analyse der Struktur des PER/CRY-Proteinkomplexes könnte die Suche nach chemischen Substanzen, die das molekulare Uhrwerk regulieren, entscheidend voranbringen.

Perspektivisch sollen Ergebnisse der Forscher bei der Entwicklung von Chronotherapien helfen. Dabei werden Therapeutika zu ganz bestimmten Tageszeiten verabreicht und entfalten somit eine größere Wirkung oder ziehen geringere Nebenwirkungen nach sich. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Spahn soll Gesundheitsminister werden

Jünger und weiblicher will die CDU-Chefin ihr Kabinett und ihre Partei machen. In Männerhand bleibt das Gesundheitsressort: Jens Spahn soll hier der neue Minister werden. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Praxen und Kliniken melden "Land unter"

Die heftige Grippewelle bringt Arztpraxen und Krankenhäuser an die Kapazitätsgrenzen. Manche Praxen müssen selbst wegen vieler erkrankter Mitarbeiter schließen, Kliniken nehmen teilweise keine Patienten mehr an. mehr »