Ärzte Zeitung, 13.05.2004

Prävention der Osteoporose mit HRT eingeschränkt

BERLIN (eb). Das BfArM hat die Zulassungen vieler Arzneimittel zur Hormonersatztherapie (HRT) in wichtigen Punkten geändert. Diese Mittel enthalten Östrogene, meist in Kombination mit einem Gestagen. Die Präparate sollen jetzt nur noch im Ausnahmefall zur Osteoporose-Prävention eingesetzt werden.

Das Berliner Institut fordert außerdem, daß die Hinweise in den Produktinformationen auf die Risiken der HRT, besonders bei langjähriger Anwendung, detailliert und entsprechend dem heutigen Kenntnisstand dargestellt werden.

Dies gelte, wie das Institut mitteilt, "besonders für die Angaben zum erhöhten Risiko für das Auftreten von Brustkrebs bei Anwendung kombinierter Arzneimittel, von Schlaganfällen, Herzinfarkt und Hirnleistungsstörungen". Die betroffenen Firmen müßten diese Forderungen bis zum 1. Juli dieses Jahres umsetzen, so das BfArM.

Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte das BfArM aufgrund neuer Studiendaten angeordnet, daß eine HRT nur noch bei Patientinnen mit ausgeprägten Wechseljahrsbeschwerden angewendet werden solle (wir berichteten). Zudem hatte das BfArM dem Ausschuß für Arzneispezialitäten (CPMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA vorgeschlagen, den Nutzen der HRT zur langfristigen Osteoporose-Prophylaxe und -Therapie zu prüfen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »