Ärzte Zeitung online, 22.08.2008

Hormonersatztherapie bessert Lebensqualität nach der Menopause

LONDON (ple). Eine Hormonersatztherapie (HRT) mit Östrogen plus Progesteron kann bei Frauen nach der Menopause die Lebensqualität verbessern.

Das geht aus der Placebo-kontrollierten internationalen WISDOM*-Studie hervor, an der mehr als 3700 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren teilgenommen haben. Von mehr als 2000 Frauen, die in Allgemeinarztpraxen in Großbritannien, Australien und Neuseeland betreut werden, ließen sich Daten zur Lebensqualität gewinnen (BMJ online, 337, 2008, a1190). Dazu verwendeten die Studienärzte den WHQ-Fragebogen (women's health questionaire).

Signifikant weniger Frauen in der HRT-Gruppe hatten nach einem Jahr Therapie im Vergleich zu Frauen der Placebo-Gruppe Hitzewallungen (9 versus 25 Prozent), weniger klagten über Nachtschweiß (14 versus 23 Prozent) oder Schmerzen in Gelenken und Muskeln (57 versus 63 Prozent). Darüber hinaus hatten signifikant weniger Frauen der Verum-Gruppe Schlafstörungen (35 versus 41 Prozent) und eine trockene Scheide (14 versus 19 Prozent). Allerdings berichteten mehr Frauen in der HRT-Gruppe über Brustspannungen (16 versus 7 Prozent) und Fluor vaginalis (14 versus 5 Prozent) als in der Vergleichsgruppe.

Die Studienärzte erinnern daran, dass der Nutzen der HRT individuell gegen das Risiko für kardiale Ereignisse, Venenthrombosen und Brustkrebs abgewogen werden müsse.

*WISDOM: women's international study of long duration oestrogen after the menopause

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