Ärzte Zeitung, 06.08.2009
 

Kritik an Beiträgen zu HRT in Fachjournals

Vorwurf geschönter Ghostwriter-Beiträge / US-Pharmakonzern Wyeth wehrt sich

NEU-ISENBURG (ikr). "Der Pharmakonzern Wyeth ließ positive Artikel über Hormonersatz-Therapien von Ghostwritern schreiben und von Forschern unter ihrem Namen in Journalen publizieren", schreibt "Spiegel online". Wyeth Pharma wehrt sich gegen die Vorwürfe.

"Spiegel online" bezieht sich bei seinen Ausführungen auf einen Beitrag in der "New York Times" vom 4. August, wonach der US-amerikanische Pharmakonzern hohe Summen an PR-Firmen bezahlt haben soll, die positiv über die Vorteile der Hormonersatz-Therapie (HRT) geschrieben und Risiken einer solchen Behandlung heruntergespielt hätten. Anschließend hätten Mediziner ihre Namen über die bereits fertigen Berichte gesetzt.

Publikationen zwischen 1998 und 2005

Auf diese Weise seien laut Gerichtsdokumenten zwischen den Jahren 1998 und 2005 26 wissenschaftliche Veröffentlichungen in 18 medizinischen Fachmagazinen zustande gekommen. Es habe sich bei den Ghostwriter-Artikeln meist um Übersichtsarbeiten gehandelt, die mehrere Studien auswerteten und zu einem positiven Fazit kamen. Publiziert worden seien sie unter anderem in renommierten Fachzeitschriften wie dem "American Journal of Obstetrics and Gynecology" und dem "International Journal of Cardiology".

In der "New York Times" wird Doug Petkus, ein Sprecher von Wyeth, zu den Vorwürfen zitiert, wonach die Artikel zu HRT wissenschaftlich korrekt seien und durch externe Experten seitens der medizinischen Journale, die sie veröffentlicht haben, streng überprüft worden seien.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »