Ärzte Zeitung, 02.03.2015

Kommentar zur Menopause-Studie

Beschwerden dauern Jahre

Von Robert Bublak

Wenn ein Leiden seit alters die Hälfte der Menschheit bedroht, möchte man annehmen, die Forschung habe es längst korrekt beschrieben.

Soweit sich diese Annahme allerdings auf die Wechseljahresbeschwerden der weiblichen Menschheitshälfte bezieht, geht sie in die Irre. Denn nicht einmal darüber, wie lange die Symptome im Durchschnitt anhalten, ist sich die Fachwelt bisher einig.

Nicht lange her, da hieß es, spätestens nach zwei Jahren seien die Hitzewallungen in den meisten Fällen vorbei. Weit gefehlt, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Danach haben mehr als 50 Prozent der Frauen im Schnitt über sieben Jahre lang mit häufigen vasomotorischen Beschwerden zu kämpfen. Sofern die Symptome bereits perimenopausal einsetzen, halten sie im Mittel fast zwölf Jahre an.

Mit Hormonen lässt sich den Unbilden der Wechseljahre zwar beikommen. Doch ihr Nebenwirkungsprofil erlaubt nur den Einsatz in geringstmöglicher Dosis über kürzestmögliche Dauer.

Für jahrelange Beschwerden sind sie eine riskante Option. Anzunehmen, es gebe viele bestens erforschte Alternativen, wäre freilich gleichfalls irrig.

Daher bleibt vorerst abzuwarten, ob sich die Hoffnungen erfüllen, die derzeit in dieser Indikation auf Serotonin-Wiederaufnahmehemmern ruhen.

Lesen Sie dazu auch:
Menopause: Wechseljahrs-Beschwerden dauern länger als gedacht

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Warum Schlafmangel heißhungrig macht

Schlafmangel kurbelt den Hunger an, das kennen viele aus Erfahrung. Warum das so ist, haben jetzt Forscher entschlüsselt: Es liegt nicht an den Hormonen. mehr »

So hoch ist der neue Beitragssatz Ihrer Krankenkasse

Für Millionen Kassenpatienten sinkt der Beitragssatz. Welche Krankenkasse 2019 günstiger wird, welche teurer und welche ihre Beiträge stabil hält, zeigen wir in unserem großen Beitragssatz-Check mit aktuell 39 Kassen. mehr »

Künstliche Intelligenz verändert die Medizin

Bei der Künstlichen Intelligenz (KI) rückt die Medizin immer stärker in den Fokus. Medizinethiker Professor Georg Marckmann erläutert im Interview, warum KI ein wertvoller Baustein bei Diagnostik und Therapie sein kann. mehr »