Ärzte Zeitung online, 16.08.2017
 

US-Daten

Entwarnung für vaginale Östrogenanwendung

Das Krebsrisiko wird für Frauen, die während der Menopause Östrogene vaginal anwenden, nicht erhöht. Das hat die Auswertung von US-Daten nun ergeben.

Entwarnung für vaginale Östrogenanwendung

Scheidentrockenheit mit Brennen und Jucken sind typische Beschwerden in der Menopause, gegen die u.a. hormonhaltige Salben eingesetzt werden.

© nerthuz / stock.adobe.com

LOS ANGELES. Das Risiko für bestimmte Krebsarten und Thrombosen durch eine systemische Hormonersatztherapie wird für Frauen in der Menopause immer wieder kritisch diskutiert. So legen Studiendaten ein erhöhtes Brustkrebsrisiko für die kombinierte Einnahme von Östrogen und Progesteron nahe.

US-Wissenschaftler u. a. der University of California in Los Angeles haben sich nun mit dem möglichen Risiko einer topischen, vaginalen Östrogentherapie befasst. Diese topische Applikationsform wird vor allem bei lokalen Beschwerden wie Scheidentrockenheit und Brennen, bzw. Schmerzen beim Sex angewendet.

Nach einer aktuellen Auswertung der Daten von Frauen, die an der groß angelegten Women's Health Initiative Observational Study teilgenommen haben, geben die Wissenschaftler nun für diese Applikationsform Entwarnung. Wie sie in der Fachzeitschrift "Menopause" (doi: 10.1097/GME.0000000000000956) berichten, konnten sie bei Östrogen-Anwenderinnen mit intaktem Uterus kein erhöhtes Risiko für Brustkrebs sowie Darm- und Endometriumkarzinome im Vergleich zu Nichtanwenderinnen feststellen. Auch das Risiko für Schlaganfall, Lungen und tiefe Venenthrombosen unterschied sich nicht signifikant, wie die Universität berichtet. Das Risiko für Herzerkrankungen und Knochenbrüche sei bei den Östrogenanwenderinnen sogar niedriger gewesen.

Und auch für Frauen, bei denen eine Hysterektomie erfolgt war, galt den Autoren zufolge: Das Gesamtrisiko für Herz und Gefäße sowie Krebserkrankungen – definiert als global index event (GIE) – war bei vaginaler Östrogenapplikation nicht erhöht. (run)

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