Ärzte Zeitung online, 03.08.2011

Endokrinologen wollen mehr an Schilddrüse forschen

NEU-ISENBURG (eb). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt jetzt die Erforschung von Schilddrüsenhormonen mit einem neuen Schwerpunktprogramm.

Den Anstoß dafür gab ein Vorantrag von Schilddrüsenexperten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) aus Essen, Bremen und Berlin, teilt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie mit.

Ziel des Programmes sei ein besseres Verständnis der molekularen Mechanismen von Schilddrüsenhormonen, um Vorsorge und Therapie der damit verbundenen Erkrankungen weiterzuentwickeln.

Funktionsstörungen der Schilddrüse wirken sich ja auf das zentrale Nervensystem, auf Herz-Kreislauf-System und etwa auch auf die Knochen aus.

"Inzwischen hat aber vor allem auch das Fettgewebe als Effektorgan für die Steuerung des Energiehaushalts sehr wichtige Bedeutung erlangt - noch dazu vor dem Hintergrund der epidemieartig sich ausbreitenden Adipositas", wird DGE-Vizepräsidentin Professor Dagmar Führer aus Essen in der Mitteilung zitiert.

Transportproteine bringen die Hormone in die Zellen

Von der Forschung erhoffen sich die Wissenschaftler vielfältige Erkenntnisse: Aktuelle Arbeiten zeigen, dass Schilddrüsenhormone über Transportproteine in die Zellen gelangen.

"Die Identifizierung des ersten Schilddrüsenhormontransporters hat dazu beigetragen, bei Patienten mit schweren neurologischen Entwicklungsstörungen den zugrundeliegenden molekularen Mechanismus aufzuklären", sagt Führer, Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Zentrum für Innere Medizin der Universitätsklinik Essen.

Das Schwerpunktprogramm soll die Transportwege der Thyroidhormone erforschen, und auch, welche Folgen eine Störung dieser Wege mit sich bringt: "Langfristig wollen wir auf diese Weise Strategien zur Prävention und Therapie von Krankheiten entwickeln, die mit Schilddrüsenhormonen assoziiert sind - und das sind zahlreiche."

Schwerpunktprogramm ist auf sechs Jahre angelegt

Das Schwerpunktprogramm ist auf sechs Jahre angelegt, heißt es in der Mitteilung der DGE. Die erste Phase ist jetzt offen ausgeschrieben. Bewerber können ihre Anträge bis zum 30. November 2011 bei der DFG einreichen. Welche davon sie fördern wird, entscheidet sich Ende März 2012.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »