Ärzte Zeitung, 16.11.2011

Therapie auch bei latenter Hypothyreose empfohlen

Bei einem TSH-Wert > 2,5 mlU/L, also bei latenter Hypothyreose, sollten zur Therapieentscheidung zusätzlich die Thyreoperoxidase-Antikörper bestimmt werden.

NEU-ISENBURG (eb). Müdigkeit, Zyklusunregelmäßigkeit und Gewichtszunahme können Indizien für eine Hypothyreose sein. Diagnostiziert wird die Hypothyreose anhand des TSH-Spiegels.

Liegt er über 2,5 mlU/L, so besteht eine latente Unterfunktion. Sind zusätzlich die Schilddrüsenhormone fT3 (freies Trijodthyronin) und fT4 (freies Thyroxin) erniedrigt, ist die Hypothyreose bereits manifest.

Dr. Catharina Bullmann vom Zentrum für Endokrinologie, Kinderwunsch und Pränatale Medizin im Barkhof / in Hamburg, empfiehlt, bei einem TSH-Wert > 2,5 mlU/L die Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-AK) zu bestimmen (Gyn Endokrinol 2011; 9: 41-51).

Manifeste Erkrankung erkennen

Spätestens bei einem TSH-Wert > 10 mlU/L sollten auch die fT3 und fT4-Spiegel analysiert werden, um eine manifeste Hypothyreose nicht zu übersehen.

Eine Hashimoto-Thyreoiditis gilt als belegt, wenn zwei der drei folgenden Bedingungen erfüllt sind: Vorliegen einer Hypothyreose, erhöhter TPO-AK-Spiegel, sonografischer Nachweis einer typischen Echostruktur der Schilddrüse.

Behandelt wird bei Hypothyreose mit Schilddrüsenhormon. Bei Frauen ohne Kinderwunsch fällt der Startschuss für die Substitution bei einer manifesten Hypothyreose, einer latenten Hypothyreose in Kombination mit einem typischen hypothyreotischen klinischen Befund oder positivem TPO-AK-Nachweis, einer nodös vergrößerten Schilddrüse oder einer latenten Hypothyreose mit einem TSH-Wert > 10 mlU/L.

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