Ärzte Zeitung online, 19.10.2017

EUthyroid

Netzwerk zur besseren Jodüberwachung in Europa

GREIFSWALD. Mit dem EUthyroid-Netzwerk will eine europaweite Initiative Jodmangel und seine negativen gesundheitlichen Folgen überwinden. Koordiniert von der Universitätsmedizin Greifswald und mit drei Millionen Euro von der EU gefördert arbeiten Forscher aus 27 Länder an dem Projekt, um das Personal in Studien-Erhebungen mit einheitlichen Parametern zu unterstützen. EUthyroid umfasst dabei standardisierte Fragebögen für Kinder und Erwachsene in mehreren Sprachen, um den sozioökonomischen Status von Studienteilnehmern zu ermitteln; sowie ein Lehrvideo und eine schriftliche Anleitung, um in Bevölkerungsstudien Schilddrüsenultraschall anzuwenden. Auch gibt es Anleitungen für Laboruntersuchungen, die von der Blut- bzw. Urinentnahme bis hin zu den eigentlichen Messungen zur Bestimmung von Jod und Schilddrüsenparametern reichen; Zudem wurde ein zertifiziertes EUthyroid-Labor für vergleichende Messungen des Iodstatus etabliert.

Die WHO mahne seit Jahren, in Europa seien zunehmend Menschen von den Folgen eines Jodmangels betroffen, erinnert die Uni Greifswald. Die meisten Regionen in der Welt sind laut der WHO Jodmangelgebiete. Dort ist eine regelmäßige Überwachung von Vorsorgeprogrammen wichtig. In Europa ist die natürliche Jodzufuhr aufgrund vieler regionaler Unterschiede besonders heterogen. Nur wenige Länder haben eine regelmäßige Überwachung, aber diejenigen, die regelmäßig Studien durchführen, verwenden unterschiedliche Methoden. Der europäische Kontinent stellt somit einen komplexen Flickenteppich in Bezug auf Jodversorgung und Prophylaxe dar, der vergleichende wissenschaftliche Studien erschwert oder sogar unmöglich macht ."Europa hat viel Erfahrung mit der Harmonisierung von Maßnahmen über Ländergrenzen hinaus, aber in der Jodprävention nützen wir diese Expertise nicht" wird Mitinitiator Professor John Lazarus von der Universität Cardiff zitiert. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

jameda muss Arztprofil löschen - Das ist die Urteilsbegründung

Urteil des Bundesgerichtshofs zum Arzt-Bewertungsportal jameda: Am Dienstag entschieden die Karsruher Richter zugunsten einer klagenden Ärztin. Ihr Profil muss gelöscht werden - die Richter schränken ihr Urteil allerdings ein. mehr »

Wann Bergsteigen fürs Herz schädlich ist – und wann nicht

Forscher haben Studien zu herzkranken Bergsteigern ausgewertet und geben Tipps, was Ärzte bei welcher Krankheit beachten müssen. mehr »

Deutlich mehr Masernfälle in Europa

In der Europäischen Region der WHO gab es 2017 eine Zunahme der Masernfälle um 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr. mehr »