Ärzte Zeitung, 16.02.2005

Patientendaten stammen von Adreßverlagen

HAMBURG (di). Ein Vitaminpräparate-Hersteller hat nach dem Bericht in der "Ärzte Zeitung" bestätigt, daß die Patientendaten für ihre Werbebriefe nicht aus Arztpraxen stammen. Den Angaben zufolge werden die Daten von Adreßverlagen gekauft - "unter Einhaltung aller für die Bundesrepublik Deutschland geltenden datenschutzrechtlichen Vorschriften".

Angeschrieben werden "zahlreiche Männer innerhalb der Alterszielgruppe". Damit bestätigte das Unternehmen Vermutungen von Urologen, nach deren Einschätzung Männer eines bestimmten Alters angeschrieben werden, da über diese Methode mit hoher Wahrscheinlichkeit viele Patienten erreicht werden (wir berichteten).

Viele Patienten bringen ihren Urologenbesuch und die Werbepost fälschlicherweise in einen Zusammenhang, was zu einer Belastung des Arzt-Patienten-Verhältnisses geführt hat.

Das Unternehmen stellte zugleich klar, daß seine Präparate ärztliche Voruntersuchungen nicht ersetzen sollen und daß Medikamente nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden sollten. Dieser Hinweis fehlte in früheren Werbebriefen und wurde jetzt aufgenommen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wurden erneut exzellente deutsche pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »