Ärzte Zeitung, 29.03.2005

Testosteron-Spiegel bleibt mit Dreimonatsspritze stabil

Fluktuationen der Stimmung oder der Sexualfunktion werden vermieden / Vier Injektionen pro Jahr mit Testosteron-Präparat genügen meist

ISTANBUL (ner). Mit der Neueinführung der Testosteron-Dreimonatsspritze Nebido® ist die Behandlung von Männern mit Hypogonadismus nicht nur einfacher geworden, es werden auch unerwünschte Schwankungen des Serum-Spiegels vermieden, sagt Privatdozent Friedrich Jockenhövel aus Herne.

Bei der Dreimonatsspritze handelt es sich um 1000 mg Testosteron-Undecanoat in 4 ml öliger Lösung. Testosteron-Undecanoat ist bereits seit den 1970er Jahren als orale Medikation bekannt. Nach intramuskulärer Erstinjektion der Dreimonatsspritze kommt es innerhalb von sechs Wochen zu einem raschen Anstieg der Testosteron-Spiegel, danach sollte die zweite Injektion erfolgen, sagte Jockenhövel beim Europäischen Urologiekongreß in Istanbul in der Türkei.

Die weiteren Injektionen werden dann alle 10 bis 14 Wochen verabreicht. Damit seien oft nur noch vier Injektionen pro Jahr nötig, so der Urologe bei einem vom Unternehmen Jenapharm unterstützten Symposium.

Im Vergleich zu konventionellen Testosteron-Injektionen alle drei Wochen zeigten die Patienten mit der Dreimonatsspritze eine bessere emotionale Stabilität, wie eine Vergleichs-studie bei 40 Patienten ergeben hat. Fluktuationen der Stimmung der behandelten Männer oder bei der Sexualfunktion würden vermieden, so Jockenhövel. Auch das Sicherheitsprofil sei gut.

Der leichte Gewichtsanstieg um ein bis zwei Kilogramm sei vor allem auf die Zunahme der Muskelmasse zurückzuführen, denn die Fettmasse nehme im Behandlungsverlauf um fünf bis zwölf Prozentpunkte ab. Die Knochendichte steige innerhalb des ersten halben Jahres um zwei Prozentpunkte, nach 30 Monaten um sechs Prozentpunkte. Bei Messungen des PSA-Serum-Spiegels bei 26 hypogonadalen Männern mit Ausgangswerten unter 1 ng/ml blieben die Werte während der Therapie über 102 Wochen weitgehend konstant.

Das neue Testosteron-Depotpräparat ist seit Ende vergangenen Jahres in Deutschland zugelassen.

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