Ärzte Zeitung, 12.07.2005

Kohl: Der Kongreß ist eine tolle Idee!

Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl dankte Ärzten für ihren Einsatz für Patienten

HEIDELBERG (mm). Er war die kleine Sensation beim 1. Männergesundheitstag in Heidelberg: Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl kam mit einer Rede voller Optimismus und Anerkennung. "Ich empfinde diesen Kongreß als eine tolle Idee! Ich hoffe, er hilft Menschen, Mut zu entwickeln, sich Vorsorge-Untersuchungen zu stellen oder sich zu Krankheiten zu bekennen", so der 75jährige.

Prof. Eike Martin, Ärztlicher Direktor des Uni-Klinikums Heidelberg, Prof. Peter Hommelhoff, Rektor der Uni, Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl, Prof. Markus Hohenfellner, Ärztlicher Direktor der Urologischen Uni-Klinik (von li. nach re.). Foto: Urologische Uni-Klinik Heidelberg

Er wolle seinen Teil zum Gelingen des Kongresses der Urologischen Uni-Klinik beitragen, schließlich habe er selbst Anfang der 50er Jahre in Heidelberg studiert, sagte Kohl. Ohne Personenschutz und bereits 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltung war der ehemalige Bundeskanzler am Samstag in den Hörsaal gekommen und hatte seinen Platz in der ersten Reihe eingenommen.

Seine Rede war dann für viele Ärzte im dichtbesetzten Hörsaal, die sich täglich mit langen Krankenhausdiensten, aufwendiger Forschungsarbeit und auch finanziellen Vorgaben herumplagen müssen, Labsal für die Seele.

Kohl: "Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um all den Medizinern und Medizinerinnen großen Dank zu sagen, die trotz klamm gewordener finanzieller Verhältnisse für die kranken Menschen unserer Gesellschaft da sind."

Entgegen sonstiger Unkenrufe gebe es Grund genug, auf die junge Generation stolz zu sein, so der 75jährige. Es sei ihm ein Anliegen, in Zeiten, in denen es nur Demos gegen etwas gebe, nun auch einmal für etwas - nämlich für die wertvolle Arbeit der Ärzte und ihrer Forschung - öffentlich zu demonstrieren.

Besonders die medizinische Fakultät der Universität Heidelberg genieße schließlich bundes-, europaweit und weltweit nicht zuletzt auch wegen ihrer Forschungsarbeit einen exzellenten Ruf. Darauf könne man stolz sein.

Gleichwohl folge aus dem einhergehenden Fortschritt natürlich auch eine hohe Verantwortung. "Wir sind vorsichtiger geworden. Nicht alles was technisch machbar ist, ist auch unter ethischen Gesichtspunkten wünschenswert", so der CDU-Mann.

Dennoch sehe er vorrangig die Chancen. "Wir werden von Entwicklungen und Veränderungen in der Medizin weiter überrascht werden. Und das ist gut."

Etwa 1400 Interessierte waren am Samstag nach Heidelberg zum Kongreß gekommen, um sich über die Möglichkeiten zur Früherkennung und Behandlung bei Männerkrankheiten zu informieren.

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