Ärzte Zeitung, 09.03.2004

Atazanavir erweitert die Therapie für HIV-Infizierte

Protease-Hemmer wird einmal täglich eingenommen

BERLIN (awa). Der einmal täglich einzunehmende Protease-Hemmer Atazanavir ist seit 2. März EU-weit zugelassen: verstärkt mit Ritonavir und kombiniert mit anderen HIV-Medikamenten wird die Substanz zur Therapie HIV-infizierter Erwachsener verwendet, die schon gegen HIV behandelt sind.

Das neue Medikament soll in der 13. Kalenderwoche in den Apotheken sein. Grundlage der Zulassung seien unter anderem die Ergebnisse des Vergleichs mit dem zweimal täglich einzunehmenden verstärkten Standard-Protease-Hemmer Lopinavir/Ritonavir nach 24 Wochen Behandlung, sagte Professor Jürgen Rockstroh von der Uniklinik Bonn.

Die Auswertung nach 48 Wochen Therapie habe bestätigt, daß die Kombination von 300 mg Atazanavir (Reyataz®) verstärkt mit 100 mg Ritonavir ATV/r bei stark behandelten HIV-Patienten ähnlich effektiv sei wie Lopinavir/Ritonavir (LPV/r), jedoch gastrointestinal besser vertragen werde und nicht den Fettstoffwechsel beeinflusse, faßte Rockstroh die Ergebnisse dieser Zulassungsstudie auf einer Veranstaltung von Bristol-Meyers Squibb in Berlin zusammen.

In der Analyse der Daten aller Patienten lag mit ATV/r bei 53 Prozent die Viusmenge unter der Nachweisgrenze von 400 HIV-RNA-Kopien und bei 36 Prozent unter 50 Kopien. Mit LPV/r war dies bei 54 und 42 Prozent der Fall. Von den Patienten, die ATV/r erhielten, hatten weniger Durchfälle (3 Prozent versus 11 Prozent).

Mit LPV/r stiegen das Gesamtcholesterin um 6 und die Triglyzeride um 30 Prozent im Vergleich zum Ausgangswert, mit ATV/r sanken sie um 8 und 4 Prozent. Nach einer weiteren Studie störe Atazanavir nicht den Glukosestoffwechsel.

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