Ärzte Zeitung, 04.12.2006

KOMMENTAR

Das Ende einer Illusion

Von Heinz Dieter Rödder

Keine Einnahmepausen - dieses Prinzip galt für die antivirale Therapie bei HIV von Anfang an. Und das Prinzip schien ja auch sinnvoll zur permanenten Unterdrückung der Replikation eines Virus, das man bis heute nicht eliminieren kann. Zumal Einnahmepausen das Risiko für Resistenzen erhöhen.

Die Wirksamkeit der hochaktiven Therapien gegen HIV hält nun bei vielen Infizierten schon erfreulich lange an. Jetzt werden die Schattenseiten der Therapie wichtiger: Fettverteilungsstörungen, metabolische Veränderungen, die das kardiovaskuläre Risiko erhöhen und anderes. Verständlich, daß damit die Vorstellung von Therapiepausen zur Erholung und zur Verzögerung der unerwünschten Wirkungen mehr Charme bekommen hat.

Nach einigen wenigen positiven Ergebnissen zum Konzept von Therapiepausen hat eine große Studie jetzt damit aufgeräumt. Besser geht es den Patienten, die ihre Medikamente kontinuierlich nehmen.

Dies hat Konsequenzen: Die Therapie gegen HIV muß besser verträglich werden und weniger langfristige unerwünschte Wirkungen haben. Einmal täglich, ohne schwerwiegende unerwünschte Wirkungen - das ist das sehr ehrgeizige Forschungsziel.

Lesen Sie dazu auch:
Therapie-Pausen nützen HIV-Patienten nicht - sie schaden

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