Ärzte Zeitung, 27.09.2007

Bei Lopinavir ist Lipoatrophie eher selten

FRANKFURT AM MAIN (awa). Ein Verlust des subkutanen Fettgewebes im Gesicht, an Armen, Beinen und Gesäß ist mit manchen Therapien gegen HIV assoziert. Diese belastenden Effekte sind bei dem verstärkten Proteasehemmer Lopinavir (Lopinavir/r) seltener als beim Nicht-Nukleosid-Analogon (NNRTI) Efavirenz.

Die Auswertung der metabolischen Parameter der multizentrischen, offenen Studie ACTG (Aids Clinical Trial Group) 5142 hat Dr. Stephan Klauke aus Frankfurt am Main bei einer Veranstaltung von Abbott in Frankfurt am Main vorgestellt. Sie hat ergeben, dass eine Lipoatrophie bei dem mit Ritonavir verstärkten Protease-Hemmer (PI) Lopinavir/r (LPV/r; Kaletra®) seltener auftritt als mit dem NNRTI Efavirenz (EFV).

In der Studie erhielten 753 bisher nicht behandelte Patienten 96 Wochen lang LPV/r oder EFV mit je zwei NRTI oder die NRTI-sparende Therapie LPV/r/ EFV. In der EFV-Gruppe trat bei 32 Prozent eine Lipoatrophie auf, in der LPV/r-Gruppe bei 17 Prozent und in der LPV/r/EFV-Gruppe bei 9 Prozent. Lipoatrophie war definiert als über 20 Prozent Verlust an Extremitätenfett.

Klauke wies darauf hin, dass der Unterschied unabhängig von den NRTI d4T, AZT und Tenofovir war. Die Raten einer Lipoatrophie waren am geringsten, wenn keines der Thymidin-Analoga, dafür aber Tenofovir in der Therapie enthalten war. Die Studie hat begonnen, als noch generell Thymidin-Analoga in der Erst-Therapie verwendet wurden. Inzwischen geschehe das nur noch in Ausnahmen, so Klauke.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Parodontitis als Risikofaktor für Krebs?

Ist eine Zahnbettentzündung ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten? Innerhalb einer großen Gruppe Frauen in der Menopause haben Forscher deutliche Zusammenhänge gefunden. mehr »

Zwischen Trauer und Krankenversorgung

19:10Spanien steht unter Terror-Schock: Nach den Attacken in Barcelona und im Badeort Cambrils wurden die Verletzten in 15 Krankenhäusern in Barcelona und Tarragona behandelt. Die „Ärzte Zeitung“ berichtet fortlaufend über die Situation vor Ort. mehr »

3-D-Druck ersetzt Gips-Zahnabdrücke

Die 3-D-Technologie hat längst Einzug in die Medizin gehalten. In München gibt es eine volldigitale Kieferorthopädie-Praxis. Vom Scan bis zum 3-D-Druck des Zahnmodells läuft alles digital. mehr »