Ärzte Zeitung online, 06.08.2008

Aids-Aufklärung vor dem Altar

GENF (dpa). Mit speziellem Informations- und Erziehungsmaterial will der Weltkirchenrat die Aids-Aufklärung in Gotteshäusern und Gemeinden fördern.

Umfangreiches Beratungsmaterial solle weltweit an christliche Gemeinden und verwandte Institutionen verteilt werden. Das Broschürenpaket werde zum Weltaidstag am 1. Dezember bereit stehen, teilte der Rat (World Church Congress/WCC) am Mittwoch in Genf mit.

Ziel der Informationskampagne für eine "HIV-kompetente Kirche" sei es, einen angemessenen Umgang mit den Erkrankten zu unterstützen. Auch gehe es darum, "aus schädlichen Traditionen und kulturellen Gepflogenheiten" auszubrechen, die die Verbreitung des Aids-Virus begünstigten, sagte der Vorsitzende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche im südlichen Afrika, Bischof Johannes Ramashapa. Ein Schwerpunkt der Kampagne liege auf Afrika, das von allen Kontinenten am stärksten von der Immunschwäche betroffen ist.

Kondome seien nicht in den Info-Paketen erhalten, wohl aber Informationen zum Gebrauch des Präventions- und Verhütungsmittels. "Wir informieren unsere Mitglieder über alle wissenschaftlich erprobten Mittel im Kampf gegen Aids", sagte dazu der Vorsitzende des WCC-Gesundheitsreferats, Manoj Kurian. Zum Weltkirchenrat gehören weltweit 349 Mitgliedskirchen mit tausenden von Gemeinden.

Die Aufklärungs-Aktion sei unlängst während der ökumenischen "Faith in Action Now!"-Konferenz in Mexiko vereinbart worden. Das Treffen hatte in Mexiko-Stadt unmittelbar vor Beginn der nun dort tagenden Weltaidskonferenz stattgefunden.

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