Ärzte Zeitung online, 07.08.2008

Weniger Schulden - mehr Geld zur HIV-Bekämpfung

MEXIKO-STADT (dpa). Schuldenumwandlung und Schuldenerlass der reichen gegenüber den armen Ländern könnten den Kampf gegen Aids aus Sicht des größten Geldgebers finanziell stärken. Der Globale Fonds gegen Aids, Malaria und Tuberkulose unterstütze diese auch von der deutschen Bundesregierung propagierte Initiative

Darauf hat Christoph Benn, der für die Außenbeziehungen zuständige Fondsdirektor, am Rande der Weltaidskonferenz in Mexiko-Stadt hingewiesen. Die Bundesregierung habe bereits 200 Millionen Euro Schulden von Indonesien, Peru und Pakistan gestrichen, damit diese Gelder für die Aids-Bekämpfung verwendet werden könnten.

Die zur Eindämmung der Seuche eingesetzten Mittel hätten zwar enorm zugenommen, sie reichten aber bei weitem nicht aus, betonte Benn. Der Globale Fonds hat nach eigenen Angaben umgerechnet bereits rund sieben Milliarden Euro aufgebracht. "Für eine nachhaltige und langfristige Bekämpfung sind aber weitere Mittel notwendig", sagte Benn weiter. Er forderte die Staaten auf, ihre Finanzzusagen auszuweiten. "Wir erwarten eine Erhöhung der Zusagen, und dass diese langfristig sein werden, weil die Behandlung der Infizierten lebenslang finanziert werden muss."

Benn zog insgesamt eine positive Bilanz der Weltaidskonferenz, die eine Standortbestimmung der Aids-Bekämpfung auf dem Weg zu den Millenniumszielen darstelle. "Es ist vieles erreicht worden", sagte er. So habe die Zahl der in Behandlung befindlichen Infizierten zugenommen. "Das ist ein enormer Fortschritt." Doch gleichzeitig gebe es noch vieles zu tun.

Vor allem müsse die Prävention verstärkt werden. Pro je zwei Patienten, die in Behandlung gekommen sind, hat das UN-Aidsprogramm im vergangenen Jahr fünf neue HIV-Infektionen gezählt. Dieser Trend müsse umgedreht werden, betonte Benn. "Für uns ist erst dann ein Meilenstein erreicht, wenn mehr Menschen in Behandlung kommen, als sich Menschen neu infizieren."

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