Ärzte Zeitung online, 06.03.2009

HIV-infizierte Frauen häufiger in sozialer Not als Männer

BONN (dpa). HIV-infizierte Frauen in Deutschland geraten häufiger als Männer in soziale Not. Das berichtete die Deutsche Aids-Stiftung am Freitag in Bonn.

Demnach sei der Anteil der von HIV und Aids betroffenen Frauen mit rund 18 Prozent zwar deutlich niedriger als der Anteil der Männer mit rund 82 Prozent. Der Prozentsatz der Frauen unter den Antragstellern bei der Stiftung sei aber überproportional hoch. Besonders problematisch sei die Situation alleinerziehender Frauen. Im Jahr 2008 habe die Stiftung 1214 betroffene Frauen, darunter 545 Alleinerziehende, finanziell unterstützt.

Frauen gerieten schneller in Not, weil viele von ihnen die Sorge für ihre Kinder zu tragen hätten, weil sie weniger verdienten oder arbeitslos seien, erläuterte der geschäftsführende Vorstand der Aids-Stiftung, Ulrich Heide. Häufig reiche die staatliche Grundsicherung nicht aus, notwendige Anschaffungen wie Kinderkleidung, eine Matratze oder eine Brille zu bezahlen. Ein Beispiel für die Unterstützung der Stiftung seien die Weihnachtsbeihilfen, die vor allem den Müttern und ihren Kindern zugute kämen, aber auch Zuschüsse zu Bekleidung.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts lebten 2008 in Deutschland rund 11 700 Frauen mit HIV, es infizierten sich 350 Frauen neu, 200 erkrankten an Aids.

www.aids-stiftung.de

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