Ärzte Zeitung online, 04.09.2009

Neue Antikörper zeigen schwachen Punkt des Aids-Verursachers HIV

WASHINGTON (dpa). US-Forscher haben einen neuen Ansatz für einen Aids-Impfstoff gefunden. Das erste Mal seit 20 Jahren entdeckten sie natürliche Breitband-Antikörper gegen den Erreger und zeigten damit eine mögliche Achillesferse der Viren auf.

Das sei das Ergebnis der verstärkten Suche bei sehr vielen Infizierten in der ganzen Welt, berichtet das Forscherteam (Science online vorab, Fachartikelnummer: DOI 10.1126/science.1178746).

seit Langem forschen Wissenschaftler in aller Welt nach Antikörpern, die sich nicht nur an bestimmte, sondern an eine Vielzahl der sehr variablen Virusstämme binden und diese neutralisieren. Solche Antikörper mit der Bezeichnung bNAb treten in seltenen Fällen spontan bei infizierten Personen auf.

Nach der Untersuchung von Blutproben von mehr als 1800 Infizierten aus Afrika, Asien, Großbritannien und den USA fanden die Forscher zwei Antikörpertypen, die nicht nur diese gesuchte Breitband-Wirkung zeigen, sondern auch stärker auf die Viren reagieren als die besten bisher gefundenen bNAbs. Die Stoffe mit der Bezeichnung PG9 und PG16 binden sich wahrscheinlich an einen Teil der Virushülle, der bei HIV relativ konstant bleibt, berichten Dr. Laura Walker vom Scribbs Forschungsinstitut in La Jolla und Sanjai Phogat von der International Aids-Impfinitiative in New York.

Die neuen biochemischen Testmethoden, die es erlaubten, schnell große Probenmengen zu untersuchen und die zu diesem Fund führten, lassen nach Ansicht der Forscher hoffen, dass bald noch weitere, ähnliche Antikörper entdeckt werden. "Das ist ein aufregender Schritt in Richtung auf einen möglichen zukünftigen Aids-Impfstoff", kommentiert Wayne Koff vom Internationalen Aids-Impfinitiative. "Es wurde ein neues Angriffsziel am HI-Virus identifiziert, und wo wir eins gefunden haben werden wir auch noch mehr finden."

Zum Abstract: Geben Sie auf http://dx.doi.org/ die DOI-Nummer 10.1126/science.1178746 ein

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Zwei Gläser Wein? Das lass lieber sein!

Wer täglich mehr als zwei Gläser Wein leert, hat ein erhöhtes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Ob ein Komplettverzicht ratsam ist, bereitet Forschern noch Kopfzerbrechen. mehr »

Warum der Brexit körperlich krank macht

Übelkeit und Kurzatmig: Blogger Arndt Striegler hat mit seiner Hausärztin über seinen Gesundheitszustand und den Austritt aus der EU geredet – und einen Zusammenhang am eigenen Leib festgestellt. mehr »

Nach der Wahl muss Vernetzung auf die Agenda!

Gesundheitsminister Gröhe gibt einen Ausblick auf die nächste Legislaturperiode: Die stärkere Vernetzung der Akteure müsse dann höchste Priorität haben. Der Innovationsfonds soll zur Dauereinrichtung werden. mehr »