Ärzte Zeitung, 11.11.2009

Kommentar

Fortschritte und Defizite bei HIV

Von Heinz Dieter Rödder

Bei allem Wirbel um das neue pandemische Influenza-Virus bekommt ein älteres pandemisches Virus, das uns jetzt seit nahezu 30 Jahren begleitet, nicht die nötige Aufmerksamkeit. Dabei gibt es zum Thema HIV große Fortschritte, aber leider auch Defizite.

So ist kürzlich erstmals gezeigt worden, dass durch Impfungen die Infektionsrate - zumindest etwas - zu vermindern ist. Wie und warum, ist zwar nicht klar, aber immerhin... Die antivirale Therapie ist schon seit Langem eine große Erfolgsgeschichte. Dreifachkombinationen, eventuell sogar in einer Tablette und einmal täglich, wer hätte das früher für möglich gehalten? Die Patienten mit der chronischen HIV-Infektion sind damit ähnlich erfolgreich therapierbar - auch im Hinblick auf die Lebenserwartung - wie Hypertoniker oder Diabetiker.

Wie bei diesen Erkrankungen ist allerdings die Diagnose die Voraussetzung. Hier gibt noch Einiges zu tun. Denn jede dritte HIV-Infektion wird erst erkannt, wenn ein Patient im Stadium von AIDS ist oder kurz davor. Zwar ist auch dann noch Therapie möglich, aber die Zerstörung des Immunsystems ist schon weit fortgeschritten. Verdächtige Symptome richtig deuten, lautet das Hausarztkonzept. Das ist einfacher als bei Diabetes und bei Hypertonie sowieso.

Lesen Sie dazu auch das Interview:
HIV-Therapeuten brauchen die Hilfe von Hausärzten

Lesen Sie dazu auch:
Orale Pilzinfektion - Da ist ein HIV-Test angesagt
Mensch in der Kugel sensibilisiert für Aids

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