Ärzte Zeitung online, 01.12.2009

Schmerzensgeld für Aids-Opfer in Italien

STRAßBURG (dpa). Italien muss Hinterbliebenen von Aids-Toten durch Blutübertragungen aus den 80er Jahren fast 160 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschied am Dienstag in Straßburg, in dem Fall sei gegen das Diskriminierungsverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention verstoßen worden.

Die Opfer waren nach Blutübertragungen zur Bekämpfung der Thalassämie, einer genetischen Veränderung der roten Blutkörperchen, gestorben.

Der italienische Staat hatte anders als bei Angehörigen von Aids-Toten, die an der Bluterkrankheit gelitten hatten, keine Entschädigungen zugesprochen. Mit dieser Gruppe hatten sich die italienischen Behörden gütlich geeinigt. Die unterschiedliche Behandlung von Thalassämie- und Bluter-Kranken sei ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot, befanden die Straßburger Richter.

AZ: 43134/05

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