Ärzte Zeitung online, 03.01.2011

Neuer Ansatz entdeckt, mit dem sich die Ausbreitung von HIV eindämmen lässt

MINNEAPOLIS (ple). US-Forscher haben eine weitere Möglichkeit entdeckt, wie sich möglicherweise die Ausbreitung des Aids-Erregers HIV im Körper künftig besser eindämmen lässt. Im Fokus stehen dabei körpereigene Eiweißmoleküle, zum Beispiel in Fresszellen.

Neuer Ansatz entdeckt, mit dem sich die Ausbreitung von HIV eindämmen lässt

Model des Aids-Erregers HIV.

© dpa

Die Wissenschaftler um den Molekularbiologen Dr. Reuben Harris von der Universität von Minnesota in Minneapolis haben herausgefunden, dass eine minimale Veränderung des Eiweißmoleküls APOBEC 3F* in infizierten Zellen verhindert, dass sich HI-Viren daran anheften können. Normalerweise zerstört das Virus mit seinem Protein Vif (virion infectivity factor) diese gegen Viren gerichteten APOBEC-Moleküle, wodurch sich HIV ungehemmt im Körper vermehren und ausbreiten kann. Ähnlich ergeht es beim Kontakt mit Vif dem Molekül APOBEC 3G, das auch in T-Lymphozyten vorkommt.

Die US-Forscher entdeckten nun, dass der Austausch einer einzigen Aminosäure im APOBEC 3F-Molekül die Bindungsfähigkeit von HIV an dieses Protein drastisch verringert (J Biol Chemistry 2010; 285: 40785). Mit Substanzen, die die Wechselwirkung der Aids-Erreger mit diesen Eiweißmolekülen stört, ließe sich die Vermehrung und Ausbreitung der HI-Viren wirksam unterdrücken, hoffen die Wissenschaftler.

*apolipoprotein B mRNA-editing enzyme, catalytic polypeptide-like 3F

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