Ärzte Zeitung online, 16.10.2011

Deutsche Aids-Hilfe hat neuen Bundesvorstand

NEUMÜNSTER (eb). Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) hat am 15. Oktober auf ihrer Mitgliederversammlung in Neumünster turnusgemäß einen neuen Bundesvorstand für die nächsten drei Jahre gewählt.

Der neue Vorstand ist fast der alte: Tino Henn, Winfried Holz, Carsten Schatz und Sylvia Urban gehörten dem Vorstand bereits in den vergangenen drei Jahren an. Hansmartin Schön trat aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder an. Für ihn wurde Manuel Izdebski gewählt.

Der neue Vorstand will in den kommenden drei Jahren neben der HIV-Prävention einen besonderen Schwerpunkt darauf legen, über das Leben mit HIV in Zeiten der Kombinationstherapien zu informieren und damit der Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV entgegenzuwirken.

Dazu sagte DAH-Vorstand Schatz: "Durch die heute verfügbaren Therapien kann man lange und gut mit HIV leben. Die Medikamente senken zugleich die Übertragungswahrscheinlichkeit erheblich."

Viele Menschen setzten HIV-Infektionen aber immer noch mit schwerer Krankheit und Tod gleich und hätten teilweise irrationale Infektionsängste. Um Angst und Ausgrenzung von HIV-Positiven zu vermindern, sei es besonders wichtig, ein realistisches Bild vom Leben mit HIV zu vermitteln, so Schatz.

Die DAH werde sich verstärkt dafür einsetzen, die Strafbarkeit der HIV-Übertragung in Deutschland abzuschaffen. Die Kriminalisierung bürde Menschen mit HIV einseitig die Verantwortung auf und schade damit auch der Prävention.

Die Deutsche Aids-Hilfe ist der Dachverband von von 119 Aidshilfe-Organisationen, Präventions- und Versorgungsprojekten.

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