Ärzte Zeitung online, 21.11.2011

Weniger Menschen infizieren sich mit HIV

UNAIDS: Zahl der Neuinfektionen um ein Fünftel gesunken

BERLIN (sun). Die Zahl der Neuinfektionen mit dem HI-Virus geht weltweit zurück. Im vergangenen Jahr haben sich etwa 2,7 Millionen Menschen mit HIV infiziert. 1997 waren es noch knapp 3,3 Millionen - knapp 20 Prozent mehr.

Das belegt der aktuelle UNAIDS-Bericht des HIV/Aids-Programms der Vereinten Nationen, der am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach leben weltweit insgesamt 34 Millionen Menschen mit HIV oder Aids - 2008 waren es etwa 28,6 Millionen Menschen. 1,8 Millionen Menschen starben im Jahr 2010 an den Folgen der Aids-Erkrankung.

Weniger Tote dank Therapie

Therapien haben nach Schätzungen von UNAIDS 700.000 weitere Tote verhindert. Bei Kindern unter 15 Jahren ging die Zahl der Todesfälle zwischen 2005 und 2010 um etwa 20 Prozent zurück.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben sich in 2012 in Deutschland etwa 2700 Menschen mit HIV infiziert. 2006 waren es noch etwa 3400 Infektionen - seither gingen die Zahlen zurück, so das RKI.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) warnte: "Trotz dieser positiven Bilanz dürfen wir das Risiko von HIV/Aids nicht unterschätzen." Man dürfe sich jetzt nicht zurücklehnen, sondern müsse versuchen, die Zahl weiter zu verstetigen.

14.000 Infizierte ohne Diagnose

In Deutschland leben rund 73.000 Menschen mit HIV oder Aids, so das RKI. Bei etwa 14.000 von ihnen sei die Infektion noch nicht diagnostiziert worden.

Etwa 500 Menschen starben 2011 an den Folgen von Aids, über die Jahre zählte das RKI bislang etwa 27.000 Todesfälle.

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