Ärzte Zeitung, 19.11.2004

BUCHTIP

Das Wichtigste zu Infektiologie

Mit fast 1500 Seiten ist "Die Infektiologie" eines der umfangreichsten Kompendien zu dieser Fachrichtung, was der zunehmenden Bedeutung der Infektionskrankheiten gerecht wird. Ein Beispiel dafür, auf das Professor Walter Siegenthaler in seinem Geleitwort aufmerksam macht: Von 1980 bis 2000 ist der Anteil von Infektionskrankheiten an der Gesamtmortalität um über 20 Prozent gestiegen. Sie sind damit von Rang 5 auf Rang 3 der wichtigsten Todesursachen vorgerückt. Außer der HIV-Pandemie machen auch Infektionen wie Sars und das West-Nil-Fieber jedem klar, daß es weiterhin Gefährdungen durch neue Krankheitserreger geben wird.

Den Schwerpunkt des Werkes, für das mehr als 180 Infektiologen Beiträge verfaßt haben, haben die Herausgeber - die Professoren Dieter Adam, Hans-Wilhelm Doerr, Hartmut Link und Hartmut Lode - auf die klinischen Aspekte gelegt, auf Diagnose und Therapie. Jedes der übersichtlich gegliederten Kapitel schließt mit einem Fazit-Kasten, der für schnelle Leser das Wesentliche zusammenfaßt. Auf mehr als 450 Seiten werden die wichtigsten Krankheitserreger detailliert vorgestellt. Damit erhält man umfangreiche Informationen zu Virulenz, Epidemiologie, Diagnose, Therapie, Desinfektion und Prävention.

In einem speziellen Abschnitt werden unter anderem nosokomiale Infektionen, Schutzimpfungen, Zoonosen sowie die Vorbeugung für Reisende in tropische Länder abgehandelt. Das letzte Kapitel beleuchtet schließlich pharmakoökonomische Aspekte. Um mit dem gewichtigen Band auch aktuell bleiben zu können, wurden im Anhang auf 20 Seiten für alle Kapitel die wichtigsten Internet-Adressen aufgelistet. Ein Register mit allen Erregern zusätzlich zum normalen Sachregister erleichtert das Auffinden der gesuchten Informationen. (ple)

Dieter Adam, Hans-Wilhelm Doerr, Hartmut Link und Hartmut Lode (Hrsg.): Die Infektiologie. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 2004, 1486 Seiten, 492 Abbildungen in 596 Einzeldarstellungen, davon 390 in Farbe, 444 Tabellen, ISBN 3-540-00075-5, 249 Euro.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »