Ärzte Zeitung, 14.04.2005

Verstopfung - Frühsymptom bei Neuroborreliose

GEORGETOWN (mut). Bekommen Patienten mit schwerer Verstopfung oder Harnverhalt plötzlich Muskelschwäche und Halluzinationen, kann es sich um eine Neuroborreliose handeln. Mit einer Antibiotika-Therapie verschwinden die Symptome meist vollständig.

Über zwei Patienten mit einer atypisch beginnenden Neuroborreliose berichten jetzt US-Ärzte in den "Archives of Neurology" (62, 2005, 671). So wurde ein 64jähriger Mann mit schwerer Obstipation und Harnverhalt in eine Klinik eingeliefert.

Der Mann hatte auch leichtes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen. Er wurde ein Tag später mit der Diagnose Prostatitis entlassen. Kurz darauf kam er erneut in die Klinik, und zwar mit einer Lähmung der Gesichtsmuskulatur und Muskelschwäche in den Extremitäten. Zudem sah er überall Schlangen an den Wände. In Serum und Liquor wurden schließlich Antikörper gegen Borrelien gefunden.

Bei einem 84jährigen Mann begann die Erkrankung ebenfalls mit Harnverhalt und einer schweren Obstipation, die trotz Therapie nicht zurückging, gefolgt von Muskelschwäche und Halluzinationen.

Er wurde zunächst mit Verdacht auf idiopathische Neuropathie behandelt, bis die Serumanalyse eine Borreliose ergab. Nach einer Therapie mit Ceftriaxon i.v. verschwanden bei beiden Männern die Symptome vollständig.

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