Ärzte Zeitung, 24.01.2006

KOMMENTAR

Wichtige Befunde zur Meningitis-Diagnostik

Von Wolfgang Geissel

Etwa 770 Patienten mit Meningokokken-Meningitis werden jedes Jahr in Deutschland erfaßt. Die schwere Infektion ist zum Glück sehr selten, und viele Kollegen haben deshalb Betroffene noch nie gesehen. Unsicherheiten bei der Diagnostik können die Folge sein, vor allem auch, weil frühe Symptome wie Rhinitis und Halsschmerz unspezifisch sind.

Eine frühe Diagnose ist aber bei Meningokokken-Meningitis extrem wichtig, da vor allem Kinder innerhalb von Stunden daran sterben können. Die jetzt von britischen Kollegen gefundenen frühen Krankheitszeichen sind daher von großer Bedeutung. Ärzte sollten sie im Hinterkopf behalten.

Hat ein krankes Kind tatsächlich Meningokokken-Meningitis, wären nämlich Beinschmerzen, kalte Extremitäten und unnormale Hautfarbe Zeichen von Sepsis und Schock. Das hat vor allem dann Konsequenzen, wenn Kinder Freitag oder am Wochenende vorgestellt werden. Eltern müssen dann unbedingt informiert werden, bei Verschlechterung sofort in die Klinik zu gehen.

Leider ist bisher nicht bekannt, wie spezifisch die drei gefundenen Symptome sind. Wie oft die Krankheitszeichen auch bei unbedeutenden (viralen) Infektionen auftauchen, soll jetzt in Studien geklärt werden.

Lesen Sie dazu auch:
Drei Symptome erleichtern frühe Diagnose bakterieller Meningitis

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