Ärzte Zeitung, 31.08.2007

Urinprobe? Aufs Genitalwaschen hinweisen!

Hinweis zur Genitalreinigung gehört zum Qualitätsmanagement / Studie bestätigt Nutzen der Maßnahme

MONTREAL (hub). Vor Abgabe einer Urinprobe das Genital zu waschen, verringert bakterielle Kontaminationen. Die Patienten hierauf hinzuweisen, gehört zu einem erfolgreichen Qualitätsmanagement in der Praxis.

In der Hektik einer Praxis am Morgen, wenn Laborbefunde erhoben werden, werden oft Patienten nicht auf eine effektive Maßnahme hingewiesen, Kontaminationen zu verhindern: das Waschen von Eichel oder Damm. Die Folge sind mögliche Fehldiagnosen und damit verbundene, unnötige Antibiotikaverordnungen.

Zum Qualitätsmanagement einer Praxis gehört es daher auch, die Praxismitarbeiter zu motivieren, Patienten vor Abgabe einer Urinprobe auf die Genitalreinigung hinzuweisen. Einmalwaschlappen und Flüssigseife sind ebenfalls bereitzustellen.

Wie effektiv die Genitalreinigung Kontaminationen der Urinprobe reduziert, hat kürzlich eine Studie erneut bestätigt. Das Überraschende daran: Das klappt sogar bei Kindern (Pediatrics 119, 2007, 1288). 350 Kinder und Jugendliche von 2 bis 18 Jahren wuschen nach Anweisungen Eichel oder Damm - oder nicht. Bei denen, die gereinigt hatten, gab es 7,8 Prozent kontaminierte Proben, ohne Reinigung 23,9 Prozent. Das entspricht einer Reduktion von Kontaminationen von mehr als 60 Prozent.

Zwischen den Gruppen der 2- bis 5-Jährigen und den 6- bis 18-Jährigen gab es Unterschiede: Bei den Jüngeren lag die Kontaminationsrate bei 10,3 Prozent mit Reinigung, bei 15,3 Prozent ohne Reinigung. Ältere mit Waschen hatten zu 6,3 und ohne Waschen zu 28,6 Prozent bakteriell kontaminierte Urinproben. Die jüngeren Kinder hatten die Anweisungen wohl nicht so gut verstanden.

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