Ärzte Zeitung online, 05.08.2008

Japanische Enzephalitis in Indien - Impfung empfohlen

DÜSSELDORF (mut). In Nordindien gibt es derzeit einen Ausbruch der Japanischen Enzephalitis. Wer in den betroffenen Gebieten umherreist, sollte sich gegen das Virus impfen lassen, rät das Zentrum für Reisemedizin in Düsseldorf.

Mindestens 449 Menschen sind bisher bereits an der Virusinfektion, die zu schweren Hirn- und Hirnhautentzündungen führen kann, erkrankt und 95 verstorben. Am meisten betroffen ist der Bundesstaat Uttar Pradesh, indem auch das von vielen Touristen besuchte Taj Mahal stehtsowie die Stadt Varanasi am Ganges.

"Aufgrund der klimatischen Bedingungen übertragen Mücken den Erreger im August und September besonders häufig", so Privatdozent Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. Im vergangenen Jahr sind dort mehr als 1000 Personen erkrankt.

Wer in den nächsten Wochen eine Reise in den Norden Indiens plant, sollte ganz besonders auf einen guten Mückenschutz achten. Je nach Reiseart ist außerdem die Impfung gegen Japanische Enzephalitis sinnvoll. Jelinek rät etwa Touristen zur Impfung, die eine Rundreise in Nordindien gebucht haben.

Ebenfalls impfen lassen sollten sich Reisende, die im Norden Indiens in ländlichen Gebieten übernachten, sagte Jelinek zur "Ärzte Zeitung". Die übertragenden Mücken sind vor allem nachts aktiv. Reisende sollten sich auch rechtzeitig um die Impfung kümmern, denn derzeit gebe es Engpässe bei der Vakzine.

Außer der Japanischen Enzephalitis können Mücken in Indien weiterer Krankheiten übertragen, etwa die Malaria, Dengue und das Chikungunya-Fieber. Anders als bei der Japanischen Enzephalitis gibt es gegen sie jedoch keine Impfung. "Eine sorgfältige reisemedizinische Beratung ist daher unbedingt jedem, der eine Reise nach Indien plant, zu empfehlen", so Jelinek.

Adressen von Beratungsstellen und aktuelle Reisegesundheitsinfos veröffentlicht das Centrum für Reisemedizin auf den Internetseiten www.crm.de und www.travelmed.de.

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