Ärzte Zeitung online, 09.01.2009

Im Westen Madagaskars flackert die Beulenpest wieder auf

ANTANANARIVO (dpa). Auf der Afrika vorgelagerten Tropeninsel Madagaskar hat die Pest seit Mitte Dezember mindestens zwölf Menschen getötet. Nach Medienberichten vom Freitag werden noch einmal soviele Madagassen wegen ihrer Erkrankung an der Beulenpest behandelt. Schwerpunkt des Pestausbruchs ist die 50 000 Einwohner zählende Stadt Tsiroanomandidy im Westen der Insel.

Die zuständigen Behörden suchen nun in Zusammenarbeit mit Polizei und Militär systematisch jedes Haus der Stadt auf, um es zu desinfizieren. Nur wenige Touristen verirren sich in den Bereich der rund 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Antananarivo gelegenen Region.

Als Ursache für den Pestausbruch gelten Ratten - die Nager sind das Hauptreservoir für das Pest-Bakterium Yersinia pestis, das vor allem durch den Biss eines Rattenflohs auf Menschen übertragen wird. Jeweils zum Einsetzen der Regenzeit drängen die Ratten in Scharen aus der Kanalisation in die meist einfachen Hütten der Bevölkerung.

Zu Beginn des vergangenen Jahres war das Städtchen Manjakandriana betroffen, 50 Kilometer östlich der Hauptstadt. Mehr als 20 Menschen starben damals an der Pest. Die im Mittelalter auch in Europa verbreitete Infektionskrankheit kann heute mit hoch dosierten Antibiotika gut behandelt werden.

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