Ärzte Zeitung online, 18.11.2009

Tollwut breitet sich in Bali aus

DENPASAR (dpa). Die Tollwut hat auf der indonesischen Ferieninsel Bali innerhalb eines Jahres 15 Menschenleben gefordert. Fast 15 000 Menschen seien nach Hundebissen in Krankenhäuser gekommen, berichtete die Gesundheitsbehörde am Mittwoch.

Die lebensgefährliche Krankheit breitet sich weiter aus, obwohl die Behörden schon 28 000 Hunde eingeschläfert haben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben jedes Jahr 40 000 Menschen an Tollwut, überwiegend in Entwicklungsländern.

Auf Bali sind bereits sieben der neun Bezirke der Insel betroffen, sagte Ida Bagus Alit, Chef der Landwirtschaftsbehörde. "Es ist schwierig, die Ausbreitung einzudämmen, weil die wenigsten Hunde geimpft sind", sagte er. Auf der Insel leben 400 000 Hunde. Die Behörde hat aber nur für weniger als die Hälfte Impfstoff bekommen. Tierschützer haben die Einschläferungsaktion kritisiert. "Wir sind sicher, dass die Krankheit sich nicht weiter verbreiten würde, wenn etwa 70 Prozent der Tiere geimpft wären", sagte die Direktorin der Tierschutzorganisation AWA, Janice Girardi.

Bali war Jahrzehnte lang tollwut-frei. Die Viruskrankheit kam nur auf den indonesischen Inseln Java und Flores vor. Die Regierung will die Krankheit bis 2012 ausrotten. Der auf Bali ansässige Virologe Ngurah Mahardika hält das für utopisch. Bali lebt überwiegend von Tourismus.

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