Ärzte Zeitung, 20.01.2010

Dosierung von Antibiotika nach Körpergewicht?

NEU-ISENBURG (eb). Um die potenzielle Wirkung von Antibiotika zu optimieren, sollte das Körpergewicht bei der Dosierung berücksichtigt werden. Das fordern Ärzte im Fachblatt "Lancet".

zur Großdarstellung klicken

Antibiotika nach dem Körpergewicht zu dosieren, könnte die Wirkung optimieren. © PhotoDisc / Ärzte Zeitung

Bei einem Mann von 90 kg und 1,90 m Größe ist die fettfreie Körpermasse doppelt so groß wie bei einer Frau von 56 kg und 1,50 m. Nach aktuellen Behandlungsrichtlinien würden beide Patienten zum Beispiel bei ambulant erworbener Pneumonie dieselben Dosen an Antibiotika erhalten, kritisieren Dr. Matthew E. Falagas und sein Kollege Dr. Drosos Karageorgopoulos vom Alfa-Institut für Biomedizin in Athen (Lancet 375, 2010, 248). Dosis-Probleme könnten hier besonders bei adipösen Patienten entstehen.

Antibiotika wie beta-Laktame, Vancomycin, Fluorochinolone, Makrolide, Linezolid, Sulfonamide und Fluconazol seien zwar für die Einheitsdosierung zugelassen. Es gebe jedoch Beobachtungen, dass die Mittel bei größeren Patienten höher dosiert werden sollten. "Ein Abstimmen der Antimikrobiotika-Dosierung auf die körperlichen Merkmale des Patienten könnte wichtig sein, um die maximale Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie zu erzielen", so die Ärzte.

Dies sei bei infektanfälligen oder abwehrgeschwächten Patienten besonders wichtig. Bei Kindern werde schon lange pro kg Körpergewicht dosiert. Um komplizierte Berechnungen für die korrekte Dosierung zu vermeiden, sollten dafür Programme für Computer entwickelt werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »