Ärzte Zeitung online, 06.02.2010

Frühgeburt durch genetische Veränderungen bei Mutter und Kind

ROCKVILLE (ple). Auslöser für eine Frühgeburt können außer Erkrankungen der Mutter oder des Ungeborenen auch genetische Faktoren bei beiden sein. Solche Faktoren haben jetzt US-Kinderärzte entdeckt.

Erkrankungen der Mutter wie Diabetes mellitus oder Fehlbildungen des Kindes, aber auch Veränderungen der Gebärmutter oder der Plazenta sind als Ursachen für Frühgeburten bekannt. US-Perinatologen um Dr. Roberto Romero vom National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) in Rockville im Bundesstaat Maryland haben jetzt darüber hinaus genetische Ursachen entdeckt, die Frühgeburten begünstigen. Die Genvarianten sind nach Angaben der Forscher an der Abwehr von Infektionen bei Schwangeren und den Feten wesentlich beteiligt.

Insgesamt wurden in der US-Studie bei mehr als 800 Schwangeren und ihren Ungeborenen jeweils über 700 genetische Variationen in 190 Genen analysiert, die bereits im Verdacht standen, irgendetwas mit Frühgeburten zu tun zu haben.

Die Wissenschaftler entdeckten schließlich, dass als SNP (single nucleotide polymorphisms) bezeichnete Genvarianten im Gen für den Rezeptor für Interleukin 6 bei Feten zu einem um das Zweifache erhöhte Risiko für eine Frühgeburt führten. Vorgestellt wurde die Entdeckung bei der 30. Jahrestagung der US-Society for Maternal-Fetal Medicine (SMFM) in Chicago.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Pneumologen kritisieren Grenzwerte für Fahrverbote

16.30 hMehr als hundert Lungenspezialisten bezweifeln den gesundheitlichen Nutzen der aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide (NOx). mehr »

Alle vier Stunden ein Arzt weniger

Die Produktivität in der ambulanten Versorgung sinkt, warnt die KBV und macht darauf mit einer "Arztzeituhr" in ihrem Gebäude aufmerksam. Der Trend habe mehrere Gründe. mehr »

Lebensmittelallergie kommt oft mit dem Alter

Viele glauben, sie haben eine Nahrungsmittelallergie – dabei ist das oft falsch, so Forscher. Und wer eine hat, bekommt sie häufig erst als Erwachsener. mehr »