Ärzte Zeitung online, 01.04.2010

Preiswerter Wirkstoff gegen Schlafkrankheit bald im Test

LONDON (dpa). Ein neues Medikament gegen die Schlafkrankheit könnte tausende Menschen vor allem in ländlichen Gegenden Afrikas Heilung bringen. Forscher der Universität Dundee haben einen Wirkstoff entdeckt, der in rund 18 Monaten für klinische Tests an Menschen bereitstehen könnte.

Preiswerter Wirkstoff gegen Schlafkrankheit bald im Test

Ein an Schlafkrankheit erkranktes Kind im Sudan wird behandelt. © Malteser Hilfsdienst

Bei Mäusen sei bereits nachgewiesen, dass der Hemmstoff gut wirkt und wenige Nebenwirkungen mit sich bringt (Nature 464, 2010, 728).

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind in Afrika südlich der Sahara bis zu 70 000 Menschen mit der Krankheit infiziert. Sie wird von der Tsetsefliege übertragen und führt zu Verwirrtheit, Schlafstörungen und im letzten Stadium zu einer Art komatösem Zustand, woher sie auch ihren Namen hat. Die Hirn-Erkrankung kann nach Monaten oder auch Jahren zum Tod führen.

Zwar gibt es dem Bericht zufolge zwei Medikamente gegen die Krankheit. Eines davon hat jedoch starke Nebenwirkungen, das andere ist sehr teuer. Vor allem arme Menschen auf dem Land können sich eine Behandlung oft nicht leisten. Sollte das neue Mittel auf den Markt kommen, werde es einfach einzunehmen und preiswert sein.

Die Schlafkrankheit gehöre zu den vernachlässigten Infektionen, die nicht im Fokus großer Pharmaunternehmen stünden, schreiben die Wissenschaftler. An der Studie waren auch die Universität York sowie das Structural Genomics Consortium in Toronto beteiligt.

Abstract der Studie "N-myristoyltransferase inhibitors as new leads to treat sleeping sickness"

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