Ärzte Zeitung online, 18.05.2010

Resistenz gegen Mückenmittel bei Gelbfieber-Mücke nachgewiesen

ALNARP (men). Forscher der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften (SLU) haben bei einer Überträgermücke des Gelbfieber-Erregers eine Resistenz gegen ein gängiges Repellent nachgewiesen. Die Unempfindlichkeit der Stechmücken wurde an die Nachkommen vererbt.

In Laborversuchen mit Aedes aegypti, einer Stechmücke, die das Gelbfieber-Virus übertragen kann, haben Forscher der schwedischen SLU und des britischen Rothamstead Research eine Resistenz gegen das Repellent Diethyltoluamid (DEET) nachgewiesen (PNAS 2010, 107, 8575).

"Wir haben festgestellt, dass die Mücke den Geruch von DEET nicht mehr wahrnimmt und daher auch nicht mehr von ihm vertrieben wird", erklärt SLU-Wissenschaftler Rickard Ignell. "Der Grund dafür ist, dass eine bestimmte Sinneszelle in der Antenne der Mücke nicht mehr aktiv ist." Die Unempfindlichkeit gegen DEET war auch bei der nächsten Generation der Stechmücken vorhanden.

DEET wird auf der ganzen Welt als Mücken-Repellent eingesetzt. Warum es nun seinen Schrecken für die Mücken teilweise verloren hat, ist laut Aussage der Forscher noch unklar. Ein möglicher Grund ist eine Mutation in dem Protein, an das DEET in der Antenne der Stechmücken bindet.

Um Resistenzbildungen bei weiteren Mückenarten zu verhindern, empfehlen die Autoren der Studie, DEET-haltige Mückenmittel nicht mehr in größerem Umfang in räumlich begrenzten Gebieten einzusetzen.

Zum Abstract der Originalpublikaiton "Behavioral insensitivity to DEET in Aedes aegypti is a genetically determined trait residing in changes in sensillum function"

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