Ärzte Zeitung online, 18.06.2010

Rinderpest vor der Ausrottung

PARIS (dpa). Als erste Tierseuche ist die Rinderpest praktisch ausgerottet. Die Weltorganisation für Tiergesundheit OIE erwartet, schon 2011 die gefährlichste Rinderseuche weltweit für erloschen erklären zu können. "Es bleiben nur noch 16 Staaten übrig, für die der Status der Freiheit von der Rinderpest noch geprüft wird", erklärte OIE-Generaldirektor Bernard Vallat am Freitag in Paris.

Rinderpest wird von Morbilli-Viren übertragen. Die hoch ansteckende Krankheit führt in der Regel zur völligen Auslöschung der betroffenen Herden und kann die Bestände ganzer Kontinente gefährden. Verwandte Viren lösen die Masern oder die Hundestaupe aus. In Deutschland tritt das Rinderpest-Virus seit der Kaiserzeit nicht mehr auf. Die letzten Epidemien gab es in Afrika.

Die OIE hat bisher 176 Länder und abhängige Gebiete weltweit als frei von der Seuche erklärt. Im Mai war unter anderem Russland dazu gekommen. Die OIE dankte der Europäischen Kommission, die mehrere Jahrzehnte lang stark in die Unterstützung der betroffenen Länder investiert habe, um dieses einmalige Ergebnis zu erreichen. Auch nach seiner offiziellen Ausrottung in Rinderherden wird das Virus in wenigen ausgewählten Labors weiter gelagert. Es soll auch künftig für Forschungszwecke zur Verfügung stehen.

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