Ärzte Zeitung online, 15.08.2010

Frühwarnsystem überwacht in Deutschland "Super-Bakterien"

BERLIN (mal). Nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Berlin gibt es auch in Deutschland "erste, bisher einzelne Nachweise für NDM-1 bildende Bakterien". Es sei darauf hinzuweisen, dass es, obgleich der Multiresistenz der Erreger, in begrenztem Umfang noch therapeutische Alternativen gibt wie die Antibiotika Tigecyclin und Colistin.

Das Robert Koch-Institut habe ein System zur Überwachung des Auftretens und der Verbreitung resistenter Infektionserreger aufgebaut (ARS, Antibiotikaresistenz Surveillance Deutschland), das im Sinne eines Frühwarnsystems neuartige Antibiotikaresistenzen erfasst, erinnert das Institut. Davon ausgehend nähmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Robert Koch-Institut und am Nationalen Referenzzentrum für Gram-negative Krankenhauserreger an der Ruhr-Universität Bochum weitere Analysen an den Bakterien vor.

Die weitere Verbreitung multiresistenter Erreger könne durch gezielte Maßnahmen der Krankenhaushygiene und durch eine auf die lokale Resistenzsituation abgestimmte Antibiotikatherapie wirksam begrenzt und verhindert werden.

Eine Vorsorge sei auch nötig, denn die Entwicklung neuer Antibiotika gegen die nun aufgetretenen Bakterien werde mindestens zehn Jahre dauern, zitiert dpa die Europäische Gesellschaft für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ESCMID).

Lesen Sie dazu auch:
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