Ärzte Zeitung online, 16.10.2010

Impfstoff gegen Dengue-Fieber in Sicht

MEXIKO-STADT (eb). Der französische Pharmakonzern Sanofi Pasteur will bis 2015 einen Impfstoff gegen das Dengue-Fieber entwickeln. Ein entsprechendes Projekt kündigte der Generaldirektor des Unternehmens, Wayne Pisano, am Freitag bei der Inbetriebnahme einer Impfstofffabrik in Mexiko an.

"Die erste Impfung gegen Dengue werden wir 2015 und vielleicht schon früher haben", sagte Pisano bei der Eröffnung des Werkes in Ocoyoacac im Staate Mexiko in Anwesenheit des mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón.

Sanofi investierte in die Produktion umgerechnet rund 110 Millionen Euro. Pro Jahr will das Unternehmen in dem Werk 30 Millionen Impfdosen gegen Grippe herstellen. Im Falle einer Pandemie soll die Produktion auf 90 Millionen Einheiten erhöht werden können.

Dengue-Fieber ist die häufigste Virus-Erkrankung, die von Mücken übertragen wird. Sie zählt außerdem zu den häufigsten Erkrankungen, die auch deutsche Touristen aus Asien, Afrika und Lateinamerika mit nach Hause bringen.

In den letzten Wochen wurden Fälle auch aus europäischen Ländern gemeldet. Darunter war ein deutscher Urlauber, der sich in Kroatien infiziert hatte. In Frankreich wurden Mitte September zwei Infektionen aus der Region um Nizza gemeldet. Einen Impfstoff gibt es bisher nicht.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation hat die Zahl der Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. Es wird geschätzt, dass jedes Jahr 50 Millionen Menschen an Dengue-Fieber erkranken.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und zehn Tage. Das klinische Bild der Infektion ähnelt der einer Influenza-Infektion: hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, sowie Druckschmerz hinter dem Auge. In vielen Fällen werden diese Symptome zusätzlich von einer flüchtigen Hautrötung begleitet.

Die akuten Phase klingt nach etwa einer Woche ab, die Rekonvaleszenz kann jedoch länger dauern. Die Erst-Erkrankung verläuft in der Regel gutartig. Bei einer Folgeinfektion kann es zu schwereren Verläufen kommen. Dann sind etwas Blutungsneigung oder Schocksymptome möglich.

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