Ärzte Zeitung online, 10.11.2010

Forscher: Klimawandel beschleunigt Malaria-Anstieg

NAIROBI/LONDON (dpa). Der Klimawandel trägt nach Überzeugung eines internationalen Forscherteams zum Anstieg der Malaria in ehemals sicheren afrikanischen Hochlandregionen bei. Das schließen die Wissenschaftler aus der Entwicklung der Temperaturen und der Zahl der Krankheitsfälle in Teeplantagen bei Kericho, einer Hochlandregion im westlichen Kenia.

Die Häuser der Plantagenarbeiter befinden sich durchschnittlich 1780 bis 1900 Meter über dem Meeresspiegel - und damit in einer Höhe, wo das Malariarisiko bislang angesichts kühler Abend- und Nachttemperaturen als gering galt. Seit den 70er Jahren lässt sich in der Region sowohl ein Temperaturanstieg als auch eine Zunahme von Malariaerkrankungen nachweisen.

In den warmen Monaten mit starken Regenfällen sei die Zahl der Erkrankungen bis zu achtmal höher als früher, stellten die Forscher um Dr. Mercedes Pascual von der Universität von Michigan und ihre Kollegen der Universität Groningen und des Londoner Tropeninstituts in ihrer Untersuchung fest (Proceedings B der britischen Royal Society online).

Der Klimawandel ist nach Auffassung der Wissenschaftler allerdings nicht ausschließlich für die gestiegene Zahl der Malariaerkrankungen verantwortlich. Zu berücksichtigen seien auch Resistenzen gegen Insektenschutzmittel und die höhere Zahl von HIV-Infektionen, die das geschwächte Immunsystem anfälliger für eine Malariaerkrankung machen könnte.

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