Ärzte Zeitung, 27.04.2011

Typ-III-Interferon schützt Darmepithel vor Rotaviren

HANNOVER (eb). Interferone, vor allem vom Typ I (IFN-alpha / beta) und Typ III (IFN-lambda), werden von Zellen nach einer Virusinfektion ausgeschüttet und schützen die umliegenden Zellen vor einer weiteren Infektion. Doch nicht jeder der Interferon-Typen schützt dieselben Zellen.

Erstmals ist es nun einem Team von Forschern der MH Hannover (MHH), aus Freiburg und aus Brüssel gelungen, die biologische Bedeutung von Typ-III-Interferon bei der antiviralen Abwehr zu identifizieren (PNAS 2011, online 25. April).

Dazu wurde das Modell einer oralen Rotavirusinfektion bei Mäusen verwendet, teilt die MHH mit. Die Forscher konnten zeigen, dass das Typ-III-Interferon spezifisch für den Schutz von Epithelzellen im Darm und damit für den Schutz vor einer Rotavirusinfektion zuständig ist.

Typ-I-Interferon schützt nicht vor einer Rotavireninfektion

Typ-I-Interferon führt dagegen zur Produktion virushemmender Stoffe in Zellen des subepithelialen Gewebes. Typ-I-Interferon kann dabei nicht wirksam vor einer Rotavireninfektion schützen, da diese Viren vor allem Darmepithelzellen infizieren.

Diese Forschungsergebnisse führten zu einem besseren Verständnis der Interferone und identifizierten Typ-III-Interferon als mögliches therapeutisches Target für die Therapie bei bestimmten Viruserkrankungen, so die MHH.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »