Ärzte Zeitung, 01.05.2011

Erhöhtes Risiko für Ross-River-Fieber in Australien

Anfang März sind zwei deutsche Reiserückkehrerinnen aus Australien an Ross-River-Fieber erkrankt. Für Reisen nach "Down Under" gilt daher: An den Mückenschutz denken!

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Erhöhtes Risiko für Ross-River-Fieber in Australien: Mückenschutz ist wichtig!

Das Ross-River-Fieber, auch als epidemische Polyarthritis bezeichnet, gehört zu den Arbovirosen und ist in Australien endemisch. Die Krankheit tritt üblicherweise im Norden und Nordwesten des Landes auf.

Bedingt durch ungewöhnlich starke Regenfälle und Überflutungen, kam es in den vergangenen Monaten jedoch zu einem deutlichen Anstieg der Erkrankungszahlen auch im Südwesten und Süden Australiens. Die beiden Reiserückkehrerinnen hatten eine Wohnwagentour im Westen Australiens unternommen.

Hauptüberträger der Krankheit sind in den Küstengegenden vor allem tagaktive Aedes-, im Inland überwiegend nachtaktive Culex-Mücken.

Die Hauptsymptome der Krankheit sind Schmerzen besonders der kleinen und mittelgroßen Extremitätengelenke, Gelenkschwellungen, Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Abgeschlagenheit und in etwa der Hälfte der Fälle ein makulopapulöses Exanthem. Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 21 Tage.

Auch wenn die Krankheit nicht lebensbedrohlich ist, kann sie doch zu starken Beeinträchtigungen führen, da bei einem Teil der Erkrankten die Gelenkbeschwerden über mehrere Wochen bis hin zu einem Jahr persistieren oder rezidivieren können.

Eine spezifische Therapie gegen die Krankheit existiert bislang nicht, deshalb erfolgt die Behandlung symptomatisch mit nicht-steroidalen Antirheumatika und gegebenenfalls Physiotherapie.

Reisende nach Australien sollten sich vor allem in den Küstengebieten und in Inland-Regionen mit Flussläufen tagsüber und nachts vor Mückenstichen schützen. Eine Impfung ist nicht verfügbar.

Bei Reiserückkehrern aus Australien mit Arthralgien sollte an die Möglichkeit einer epidemischen Polyarthritis gedacht werden. Die Diagnostik erfolgt serologisch oder durch direkten Erregernachweis.

Untersuchungen führt das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg durch (www.bni-hamburg.de).

Weitere Informationen zur Reisemedizin gibt es unter: www.crm.de

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