Ärzte Zeitung online, 05.06.2011

Neuer MRSA-Stamm entdeckt

LONDON (dpa). Britische Forscher haben einen neuen Stamm des gefährlichen Krankenhauskeims MRSA entdeckt. Die bisher unbekannte Form konnten die Wissenschaftler der Universität Cambridge in Mensch und Tier nachweisen.

Das Genom des neuen MRSA (Methicillin-resistant Staphylococcus aureus) unterscheidet sich offenbar so stark, dass herkömmliche Tests bei dem Erreger nicht anschlagen (The Lancet Infectious Diseases 2011; online 3. Juni).

"Obwohl unsere Studie vermuten lässt, dass der neue Keim nur für eine kleine Fallzahl von MRSA-Erkrankungen verantwortlich ist, gibt es Anzeichen, dass diese Zahl steigt", betonte der Leiter der Studie, Mark Holmes. Als nächsten Schritt gelte es, die Herkunft des Erregers zu ermitteln.

Die Forscher hatten Euterentzündungen bei Kühen untersucht, als sie den Keim entdeckten. Besonders in der konventionellen Landwirtschaft werden Antibiotika regelmäßig und vorbeugend eingesetzt. Weil sich daraus Resistenzen entwickeln können, sehen viele Experten diesen vorsorglichen Einsatz kritisch.

In Deutschland wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts im Jahr 2008 etwa 900 MRSA-Fälle gemeldet. Der Keim wurde hierzulande in über 190 Krankenhäusern nachgewiesen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Milliarden Bakterien im Einsatz. So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »

Angst vor Epidemien in Lagern

Nach ihrer dramatischen Flucht aus Myanmar suchen über eine halbe Million Rohingya Schutz in Bangladesch. Die Lage in den eilig aufgeschlagenen Lagern ist desolat. mehr »