Ärzte Zeitung online, 20.06.2011

Gefährlicher Scharlach-Erreger in Hongkong

HONGKONG (dpa). In Hongkong ist ein neuer und gefährlicher Scharlach-Erreger aufgetaucht. Ärzte warnen vor ihm, zwei Kinder sollen bereits an der Erkrankung gestorben sein.

Vermutlich mache eine Veränderung im Erbgut den Erregerstamm besonders infektiös, teilten Forscher der Universität Hongkong am Montag mit.

Sie haben das Genom des neu aufgetauchten Streptococcus pyogenes bereits sequenziert. Der neue Stamm ist nach Medizinerangaben zudem gegen Antibiotika resistent, die gewöhnlich gegen Scharlach eingesetzt werden.

Ein 7-jähriges Mädchen und ein 15-jähriger Junge waren den Angaben zufolge in den vergangenen drei Wochen in Hongkong an Scharlach gestorben - es seien die ersten Scharlachtoten in der Stadt seit zehn Jahren.

In diesem Jahr seien zudem bereits mehr als 300 Menschen erkrankt und damit dreimal so viele wie im vergangenen Jahr.

Die Genetiker fanden ein kleines Erbgutstück, das in Vergleichsstämmen nicht vorkommt und etwa 2,5 Prozent des Erbguts ausmacht. Es stamme wahrscheinlich von anderen Bakterien, die die Mundhöhle besiedeln, und trage dazu bei, dass der neue Stamm infektiöser werde, teilte die Universität Hongkong mit.

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